Slashignore

Lange habe ich meinen Blog vernachlässigt. Und nicht nur meinen. Ich habe auch aufgehört, andere Blogs zu lesen, ja, habe sogar zum großen Teil aufgehört, überhaupt was “wichtiges” zu lesen und mich überwiegend meiner Freizeit gewidmet.

Tausend mal hätte ich allerdings etwas schreiben können. Dinge, die mir durch den Kopf gehen. Aber es sind nicht die Dinge einer potentiellen Midlife-Crisis, die mich belasten. Es sind Dinge, über die ich oft gar nicht diskutieren möchte, weil niemand sie hören will. Vielleicht will ich sie nichtmal mehr selbst hören und trotzdem zieh ich mir regelmäßig Dokus a la Earthlings rein, die alles nur noch viel schlimmer machen.

Während man selbst stets bestrebt ist, für sein Leben “das Beste” zu erreichen, fragt man an irgendeinem Punkt immer wieder, was denn “das Beste” oder “das Richtige” ist. Diese Frage muss man selbstverständlich subjektiv beantworten, denn das mag für jeden Menschen etwas anderes sein. Dennoch kommt man oft zu dem Ergebnis, dass “das Beste” für einen selbst unerreichbar ist. Man reduziert also auf “das Möglichste”. Ich will das Möglichste erreichen…. und letztendlich verstreichen doch immer wieder Tage, Wochen, Monate und man stellt fest, dass man maximal einen kleinen Schritt getan hat, um seine eigene kleine Welt zu verbessern. Oder man steht auf der Stelle. Im schlimmsten Fall wird man sogar zurückgeworfen, fühlt sich schlecht und sinnbefreit. Bei all den Problemen, die man selbst und die die Welt hat, ist man überfordert.

Man flüchtet… in die Arbeit, in Traumwelten…. man tut kleine Dinge, die vielleicht dazu führen, dass man sich selbst als besserer Mensch fühlt. Dann kommen andere Leute, zerreden die Dinge, verunsichern, klagen an. Man wünscht sich eine Block- oder Ignorier-Funktion für das wahre Leben! Bitte zeigt mir im Fernsehen nur noch die Sachen, die mich nicht unglücklich machen. Zeigt mir keine Sachen, die mich traurig machen. Zeigt mir keine Sachen, die meinen Neid schüren. Lasst mich in Frieden mit Heuchelei, davon hab ich im RL schon genug.

Aber man kann nicht ignorieren und dabei glücklich sein! Aber man kann auch nicht nicht ignorieren und glücklich sein. Die ganze Auswahl, die ganze Information, die wir in unserem Leben haben, macht unglücklich.

Ist es gut, immer die Fresse zu halten? Ist es besser, immer auf Konfrontation zu gehen? Mit keiner Variante hat man seinen Frieden und sicherlich auch keine (echten) Freunde. Man muss das Mittelmaß finden, die Norm finden. Aber bitte nicht unterdurchschnittlich werden - am besten man wird ein genormter Individualist, wie sie da draußen zu ach-so-vielen rumrennen.

Wir haben so viel und doch so wenig.

“Warum bildet sich der letzte Tropfen so viel darauf ein, das Fass zum Überlaufen zu bringen?” Oder müsste es nicht besser heißen: “Warum meint der letzte Tropfen, sein Dazutun sei eben nur die Kleinigkeit gewesen, das Fass zum Überlaufen zu bringen?”

So verzeihe mir der geneigte Leser an dieser Stelle meine wirren Ausführungen, diese Phase geht sicherlich vorbei und dann ist das Leben wieder lustig. Vielleicht.

3 Kommentare »

  1. Henning sagt,

    28. März 2009 @ 17:50 Uhr

    Der erste Eintrag nach einer Pause ist der schwerste - und den hast du nun hinter dir. Also freu ich mich auf die nächsten… :-)

  2. Tina sagt,

    28. März 2009 @ 18:41 Uhr

    Hab ihn vermutlich vor allem geschrieben, damit nicht noch ein Monat im Archiv fehlt… aber mal sehen, vielleicht kann ich mich wieder für das Bloggen begeistern :)

  3. Henning sagt,

    18. Dezember 2009 @ 22:45 Uhr

    Go, Tina, go! :-)

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