Dolce Vita
Heute waren wir mit ein paar Leuten in der Mittagspause mal wieder beim Italiener um die Ecke, den wir auch liebevoll den “unfreundlichen Italiener” nennen. Und seinen Namen trägt er wohl leidlich auch zu Recht… und so beginnt diese Geschichte:
Es trug sich relativ am Anfang meiner Zeit im Duisburger Innenhafen zu, als doch die Gelegenheiten zum Mittagessen langsam langweilig wurden und man Abwechslung suchte. Aber die Straße lang gibt es doch einen Italiener, bemerkte ich zu wissen und fragte gleich eine Kollegin (die sogar direkt um die Ecke wohnte) nach der Qualität dieses Restaurants. Dazu muss man sagen, dass es sich tatsächlich um ein Restaurant handelt und nicht etwa um eine Imbiss-Pizzeria, wo der Wein aus Tetra-Paks serviert wird - “hier” wird noch mit der Stoffserviette der Mund abgewischt.
Aber zurück zu besagter Kollegin. “Das Essen ist lecker, aber da mag man keine jungen Leute.” Aha, schoß es mir durch den Kopf, keine jungen Leute also. Naja, wird schon nicht so schlimm sein, denn wir sind ja nicht irgendwelche Freaks, sondern die aufstrebende zukünftige Klientel der Gastronomiebranche. Demnach wagten wir auch unseren ersten Besuch.
Es stellte sich heraus, dass der Kellner (und wohl gleichzeitig auch der Besitzer?) uns wirklich nur zähneknirschend bediente und kaum auch nur ein Wort über die Lippen brachte. Auf Fragen wie “Was gibt es denn heute als Mittagstisch?” reagierte er meist unwissend und mit leichtem Augenrollen (”Mehr könnt ihr euch wohl nicht leisten, ihr junges Pack!”) - obwohl dort täglich ein Mittagstisch angeboten wird. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass außer uns oftmals niemand mittags in dem Restaurant ist? Jedenfalls sind jetzt gut zwei Jahre ins Land gezogen, seit wir das erste Mal dort waren. Und in der gesamten Zeit habe ich den Kellner nur ein oder zwei Mal lachen sehen. Wohl ebenso oft hat er mal einen Witz gemacht - aber nur dann, wenn wir mit mehr als 6 Leuten dort angetrabt sind. Manchmal gab es auch noch einen Verdauungstrunk nach dem Essen, aber nur, wenn dem Kellner danach war. Übrigens haben wir jedes Mal mind. 10% Trinkgeld gegeben, sodass die Unfreundlichkeit ob fehlender Zuwendungen nicht zutrifft - möglicherweise ist er aber auch deutlich höhere Bestechungsgelder gewohnt, aber die muss man sich eben auch VERDIENEN.
Ja, und heute… heute da wartete eine Überraschung auf uns! Eine neue Kellnerin war (zusätzlich) angestellt und man glaubt es kaum: Sie konnte lächeln, freundlich sein und sogar reden (Der Kellner hat heute jedoch nur ein “Lasagne?” über die Lippen gebracht).
Und ich habe ein Buch. Ein Gutscheinbuch. Wenn man solch einen Gutschein einlöst, dann bekommt man bei Bestellung eines Hauptgerichtes ein zweites (für eine weitere Person) gratis dazu. Ratet mal, welches Restaurant auch dabei ist? Rüüüchtig: Der unfreundliche Italiener. Und ach, was freue ich mich, da den Gutschein einzulösen…
Marco sagt,
27. Juni 2008 @ 11:31 Uhr
Ja, ich kann mir das Bild tatsächlich schon vorstellen, wenn er in den Gutschein beißt. Ist der Dicke eigentlich noch da?
Tina sagt,
27. Juni 2008 @ 19:00 Uhr
Jau, der Dicke ist auch noch da, aber der ist meist freundlich