Hexerei und anderer Unfug

Der Henrik hat’s schon beim Michael abgeschaut und ich mache es dann auch mal: Einen Blick in die Glaskugel werfen und für 2008 meine Schätzungen zur Entwicklung von Online-Marketing abgeben. Generell gilt: Der Online-Werbemarkt wird weiter wachsen.

SEO/SEM:
Wünschenswert - aber leider für mich in 2008 noch völlig unrealistisch - wäre, dass Google endlich mehr Stücke vom Kuchen abgibt. Nachdem Yahoo!SM mit Panama keinen relevanten Sprung nach vorne gemacht hat, holen andere Suchmaschinen zumindest mal neue Konzepte aus User-Sicht hervor. AdWords wird sich sehr stark entwickeln, aber vor allem werden hier viele Kunden aus dem mittel- und kleinständigen Bereich einsteigen, oft natürlich mithilfe von Geotargeting. Die meisten großen Unternehmen sind bereits in den Suchmaschinen vertreten und werden sich mit den Kampagnen zunehmend spezialisieren und auf lückenlos gute Usability setzen. Im SEO gibt es für die Großen hingegen kaum reges Interesse, da aufgrund hoher Linkpopularität zu vielen relevanten Begriffen - trotz mieser Seitenoptimierung - gute Positionen erzielt werden. Den Einzelkämpfer-SEOs schreibe ich im Gegensatz zu Henrik für 2008 noch gute Umsätze zu, auch wenn diese an einigen Stellen sicher schon beschnitten werden.

Website/Landingpage-Optimierung:
Nicht allzu stark, aber dennoch beständig wird das Thema Optimierung der Webseite auf ihre Usability hin werden. Für alle Werbeformen ist es notwendig, dass der User nur wenige Klicks zum Bestellabschluß bzw. dem Erreichen der relevanten Informationen benötigt. In Branchenreports zur Usability schneiden gerade auch die großen Brands oft sehr schlecht ab (Beispiel: netaspect Studie), da hier viel Wert auf Design-Highlights gelegt wird. Die netten Photoshop-User der einschlägigen Design-Agenturen müssen demnächst also wohl bei ihrer Kreativität auch mal mit der Usability-Abteilung zusammenarbeiten ;). Kostenlose Analysetools oder auch der Website Optimizer von Google sollen es den Werbekunden leicht machen, die ideale Zielseite zu gestalten.

Affiliate-Marketing:
Dieser Bereich wird meiner Meinung ganz klar stark wachsen - und das nicht nur, weil BILD das fett promotet hat. Zwar ist für die Webseitenbetreiber der Einbau von Affiliate-Werbemitteln nicht ganz so einfach wie das Einbinden von bspw. AdSense-Textanzeigen, jedoch lassen sich die unterschiedlichen Werbeformate oft optimal in das eigene Layout einfügen. Hier hat natürlich auch Google wieder vor ein Stück vom Kuchen abzugreifen: Cost-per-Conversion-Kampagnen können seit kurzem auch in AdWords gestartet werden. Allein durch diese Tatsache wird es vielen AdWords-Bestands- und Neukunden möglich sein, zu diesem Werbefeld Zugang zu finden (schließlich ist es nicht für alle Unternehmen leicht, bei zanox, affili.net & Co aufgenommen zu werden bzw. ohne Fixkosten zu agieren).

Bannering:
Bannering wird weiter wachsen, und zwar sowohl im CPC- als auch im TKP-Bereich. Branding, früher gerade im Internet unterschätzt, gewinnt hier zunehmend an Bedeutung. Steigen wird weiterhin die Analyse, wie Branding und andere Werbemaßnahmen zusammenspielen und wie dieses zu optimieren ist. Inbesondere der Werbeform Interstitial räume ich für 2008 eine sehr große Verbreitung ein.

Newsletter/Mailings:
Auch hier sehe ich die Nischenanbieter wieder ganz klar als Gewinner für 2008. Spezialisierte Newsletter setzen sich beim Leser durch und erzielen entsprechende Klickraten und Conversions. Da ich zuwenig mit Mailings zu tun habe, kann ich hier leider keine weitere Einschätzung geben :(

Behavioural Targeting:
Im Zuge von Second Life war es in aller Munde. Marketing, das auf Verhaltensweisen von Nutzer abzielt, statt auf bloße demographische Daten. Da viele Online-Communities bereits eine Fülle von Daten ihrer Nutzer gespeichert haben, wird dies zu einer immer interessanter werdenen Einnahmequelle werden. Im weitesten Sinne würde ich hier auch SEM dazu zählen. Schließlich ist egal, ob der 18-jährige sportliche Mann oder die Silversurfer-Oma nach einem Kredit im Internet sucht (und abschließt). Man bucht Interessenten, potentielle Kunden. Auch dies wird wieder Nischenanbieter anlocken, die erkennen, dass Werbung doch kein rausgeworfenes Geld sein muss.

InGame-Advertising:
Gehört für mich zwar nicht nur zum Online-Marketing, aber durch zahlreiche online-basierende Spiele sehe ich hier noch einen großen Markt. In 2008 jedoch wird das Thema noch nicht allzu aktuell werden und sich nur für die richtig Großen lohnen. Wenn man bedenkt, dass ein reguläres PC-Spiel im Schnitt 50+ € und ein Konsolenspiel 40-50 € kostet, wäre es auch für die Nutzer wünschenswert, wenn die Werbeindustrie hier ein wenig Zuschub leistet - auch um die immer weiter steigenden Entwicklungskosten der Spiele zu kompensieren. Das Ganze hat natürlich auch Grenzen. Wenn jetzt an meiner Hexenmeister-Robe in WoW plötzlich ein ESPRIT-Siegel angebracht wäre, würde ich sicher auch dumm gucken.

1 Kommentar »

  1. Affiliate Marketing » Blog Archive » Hexerei und anderer Unfug sagt,

    3. Januar 2008 @ 00:43 Uhr

    [...] Original post by QueenLaTina [...]

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