Archive for November 2007

Wenn ich im Lotto gewinne…

Immer wieder fällt dieser Satz “Wenn ich im Lotto gewinne…”. Ich rede jetzt natürlich nicht von einem trivalen Dreier oder so im Lotto, sondern den fetten Jackpot. Alle Probleme lösen sich mit diesem Tag in Luft auf, wenn das große Geld einmal da ist. Man braucht ja “nur” ungefähr eine Million Euro und schon sind - zumindest alle materiellen Sorgen - weg. Und natürlich würde man trotzdem noch auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Nichts würde sich ändern, man würde immer noch “im Aldi” einkaufen gehen und mit dem Nachbarn ein Bierchen saufen. Vielleicht doch ab und an mal Bali und man könnte ja auch mal Champagner probieren. Ach, und der Mercedes Cabrio… der müsste natürlich auch her.

Es ist so schön, davon zu träumen, was man selbst tun würde, wenn falls ein nennenswerter Lottogewinn mal den Weg auf das eigene Konto finden sollte. Aber wenn es dann wirklich Fakt wäre… würde man es seinen Freunden erzählen? Hätte man “Angst”, wie sie reagieren? Würde man seinen Job kündigen? Wäre es nicht tierischer Streß, sich über all die Anlagemöglichkeiten zu informieren? Würde man einen Großteil des Geldes vielleicht sogar spenden?

Bezüglich Job… die meisten sagen, sie würden trotzdem weiterarbeiten, auch wenn sie es nicht mehr nötig hätten. Das ist bei mir anders. So viel Spaß mir meine Arbeit auch macht, mein Chef hätte vermutlich schon nach wenigen Wochen meine Kündigung auf dem Tisch - jedenfalls sobald ich abschätzen kann, wie viel Geld jetzt tatsächlich mein Eigen ist und wie lange es reicht ;). Und dann würde ich campen gehen, schön in der Natur - vorausgesetzt ich gewinne im Sommer. Ich glaube, ich würde nicht mal eine Weltreise machen. Zumindest nicht im Moment. Warum weiß ich nicht einmal selbst, denn klar will ich auch mal was von der Welt sehen. Vielleicht wenn ich nicht mehr so dauergestresst bin. Ein oder mehrere Patenkinder aus der dritten Welt hätte ich gerne noch. Mit ihnen würde ich versuchen, Kontakt zu halten und sie dann (vielleicht dann doch im Zuge einer Weltreise) einmal besuchen und ihr Dorf anschauen.

Einen Bauernhof würde ich mir dann kaufen. Und Katzen aufnehmen. Eventuell sogar einen Hund, wenn er ganz lieb ist. Ich kaufe mir eine gelbe 125er Vespa, schön restauriert versteht sich. Mit Sonnenblumen drauf. Dazu passend den post-gelben-Polo. Eine Kutsche und zwei Pferde vielleicht. Ich lege mir Gemüse- und Kräuterbeete an. Gehe im Reformhaus einkaufen. Ich veranstalte LARPs und kleine Bauernhofmittelaltermärkte.

That’s it. Mehr will ich gar nicht (materiell gesehen). Braucht man dazu einen Lottogewinn? Ich fürchte schon, denn alles ist so richtig teuer. Wenn ich im Monat 300-500 € sparen kann, dann ist das schon RICHTIG viel. Von dem Gesparten muss natürlich auch ab und an was bezahlt werden… Autoreparatur, neue Möbel, Urlaub. Sagen wir also ich spare im Schnitt 400 € im Monat, wäre dann 4800 € im Jahr und sagen wir mal die Hälfte geht nochmal für “Großausgaben” drauf. Also 2400 €. Ein Bauernhof kostet mind. 200.000 € (MINDESTENS). Dann muss ich dafür (und nur dafür) schlappe 83 Jahre sparen. Jetzt einen Kredit aufnehmen, Miete sparen, Hof abzahlen ginge evtl. auch noch. Aber wer will sich heute noch einen so fetten Kredit ans Bein hängen? Wo man ja mit einem Bein auch bei guter Bildung etc. trotzdem schon in der Arbeitslosigkeit steht. Und dann ja noch das Hauptproblem, wenn man noch arbeiten muss: Einen schönen Bauernhof im Ruhrgebiet? Dann muss man schon RICHTIG viel Geld in die Hand nehmen, weil zentral wohnen UND ländlich leben ist ja purer Luxus.

Jedenfalls… gewinne ich jetzt einfach mal den Jackpot. So!

Und Fakt ist auch: Ich klage hier auf höchstem Niveau. Ich KANN wenigstens jeden Monat noch Geld sparen. Das können andere nicht. Ich könnte noch mehr sparen, wenn ich auf mein Auto verzichten würde.

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Wojna am Spiegel-Pranger

Gerade auf der Spiegel-Online-Startseite entdeckte ich einen Artikel über Wojna. Der Duisburger Hip-Hopper hat sich seit Jahren für Ausländerintegration, Umweltschutz und politische Aufklärung bemüht und wird nun als Verschwörungstheoretiker hingestellt - vor allem, weil er die USA, insbesondere die Bush-Politik angreift und seine Recherchen bezüglich Kriegsführung in seinen Liedern und Musikvideos darstellt.

Spiegel zitiert beispielsweise den Satz “Kyoto ist ein Dreck für dich” mit welchem Präsident Bush direkt angesprochen wird. Und ich frage mich: Ist dem nicht so? Ist es nicht so, dass die USA auf Umweltpolitik geschissen haben? Wojna sagt hier zu Recht, dass er seine Meinung frei äußern darf.

Darüber hinaus hat er sich mit seiner Band “Die Bandbreite” für die Gewerkschaftsjugend eingesetzt, sogar den Titelsong einer Kampagne geschrieben - mit dem Ziel, Gewerkschaftsarbeit auch für Jugendliche wieder populär zu machen. Über Rap und HipHop will er aufklären, bei Themen, wo gerade Jugendliche ihre Ohren heutzutage zumachen. Politik? Umweltschutz? Besser Party! Wojna verbindet beides. In seinen HipHop-Workshops für Kinder, ausländische Jugendliche etc. versucht er außerdem, deren Kreativität und Beherrschen der Sprache zu fördern.

Nun soll zumindest mit dem Gewerkschafts-Kuscheln Schluß sein:

“Diese Band wird nicht mehr bei Veranstaltungen der IG Metall Bayern und der DGB Jugend auftreten”

wojna

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Anti-Macho-Kurse

Wie schwer ist es eigentlich “ich liebe dich” zu sagen? Nicht wirklich schwer, würde ich sagen - auch wenn wir im Pott ja eher “Isch libbe disch” sagen würden ;).

Aber vielleicht liegt es auch daran, dass es “bei uns” eher schon eine abgedroschene Phrase ist? In Japan jedenfalls sieht es ganz anders aus. Dort gibt es seit Neuestem spezielle Kurse, die Männern, deren Ehe auf der Kippe steht, ein wenig auf die Sprünge hilft:

Die höchste Vollendung ist erreicht, wenn man ohne zu erröten “Ich liebe dich” sagen kann. Bis dahin sei er noch nicht einmal selbst vorgedrungen, sagt Vereinschef Amano. Aber er schaffe es immerhin, Hand in Hand mit seiner Frau spazieren zu gehen. Quelle

Ich kenne das noch ein bisschen von meinem Opa und meiner Oma. Die sind auch nie Hand in Hand gelaufen oder haben sich öffentlich (auch nicht vor mir) umarmt oder geküsst. Daher finde ich es auch immer sehr “süß”, wenn alte Ehepaare das dann doch machen. Dennoch weiss ich nicht, wie ich reagieren würde, wenn mein Partner nie “Ich liebe dich” gesagt hat und dann urplötzlich damit anfängt. Ich denke aber, diese Kurse sollen vor allem ein Zeichen setzen - vielleicht auch eher an die jüngere Generation. Vorbildlich demonstrieren, dass Lieben keine Schande ist und es zu zeigen (solange man in der Öffentlichkeit nicht übertreibt) schon gar nicht.

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Nebelleuchtenhasser

An alle Autofahrer: BITTE BITTE denkt immer daran, dass ihr eure Nebelschlußleuchte immer wieder ausmacht, wenn ihr sie einmal wirklich benötigt habt. ES NERVT EINFACH! Besonders wenn sowieso schon Lichterkirmes auf der Autobahn ist.

Wollte ich mal loswerden.

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Claim-Stöckchen

Obwohl jetzt schon in den Kommentaren vorgegriffen wurde - und gerade Frau Schmitz und Cait natürlich meine favorisierten Stöckchenempfänger gewesen wären - will ich jetzt das “Claim für den Pott”-Stöckchen eröffnen. Neben lustigen und nicht ganz ernstgemeinten Slogans wäre es natürlich auch grandios, wenn wir ein paar englische Sachen finden würden - schließlich geht es ja hier wie bereits erwähnt um die Prägung einer internationalen Marke.

Weitere Infos zum Claim und dem Drumherum im vorangegangenen Beitrag.

Und wenn jetzt Frau Schmitz und Cait sich in Sicherheit wiegen sollten: Is’ nich! Euch bewerfe ich nämlich mal ganz dreist!

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Claim für NRW / Ruhrgebiet

Für meine schöne Heimat im Herzen des Ruhrpotts besser gesagt jedoch für Nordrhein-Westfalen ist “die größte Imagekampagne aller Zeiten” geplant. Natürlich muss es die größte und schönste sein, denn um eine “internationale Marke” zu prägen, soll man klotzen und nicht kleckern. Und genau das will NRW sein: eine internationale Marke. Speziell für den Ruhrpott wird auch ein Claim gesucht, denn alles, was heutzutage eine Marke sein will, muss schließlich auch über einen Claim verfügen. So lese ich also in der W&V:

Grey-Chef Frank Dopheide hat sich auch schon zu Wort gemeldet: “europes creative heartbeat” lautet sein Vorschlag. Der Slogan stehe für “neue Ideen und beschreibt die geografische Lage des Landes”, sagt Dopheide, der gerade an einem Claim für das Ruhrgebiet feilt.

Finde nur ich diesen Slogan so scheiße? Damit kann ich mich als Duisburgerin mal so gar nicht identifizieren… wir brauchen doch eher einen Satz, der unsere Werte beschreibt. Gut, es muss jetzt auch nicht “Heimat der Joggingbuchse” oder “Ruhrgebiet - hier geh’se anne Bude” sein. Aber dennoch vermisse ich in den Claim einen wirklichen Bezug zu meiner Heimat. Für Kreativität steht eher Düsseldorf mit seiner Agenturlandschaft und auch so richtig europäisch erscheint mit das Ruhrgebiet im Gegensatz zu vielen anderen Städten oder Landesteilen nicht. Kurz gesagt: Der Claim ist einfach abgedroschen und könnte für jede x-beliebige Ortschaft aus dem Hut gezaubert werden. Wird er für den Pott nicht genommen, kann man es ja mal in München, Berlin, Hessen oder so nochmal probieren - ohne sich einen neuen Spruch ausdenken zu müssen. Das nenne ich doch mal kreativ ;). Bitte feilt also noch etwas länger an einem passenden Claim, wenn wir denn unbedingt einen brauchen.

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Denken ist Glückssache ;)

Da hat aber jemand die Platzhalterfunktion von Google AdWords nicht wirklich verstanden ;).

platzhalterdau

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Wie viele WWW passen in eine URL?

wwwmania

Auf den zweiten Blick sind es natürlich alles gar keine “www”… aber sieht im ersten Moment schon komisch aus.

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Unterstützte Heimat

Ich hatte letztens durch eine Adwords-Anzeige einen neuen Shop entdeckt, der überwiegend auf Mittelalterliche Musik / Fantasymusik spezialisiert ist. Nach etwas Stöbern hatte ich dann auch gleich vier CD zum akzeptablen Kurs gefunden und freute mich, dass der Shop ohne Versandkosten und ohne Mindestbestellwert liefert. Lieferung klappte auch bestens, alles prima. Gerade habe ich dann mal auf die Rechnung geschaut und da sitzt die Firma mit dem Namen “Mondschatten” doch tatsächlich in Oberhausen, meiner alten Heimatstadt. Da habe ich mich erst recht gefreut, ausnahmsweise mal nicht bei Amazon bestellt zu haben. :)

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Donaldismus

Ich war und bin ein Fan von “Lustiges Taschenbuch” von Disney. Als Kind habe ich mir die Dinger reihenweise reingezogen und auch heute nehme ich meistens eins mit in die Badewanne. Ich habe mir zwar schon seit Jahren kein neues mehr gekauft, aber ich habe mir sagen lassen, dass Tick, Trick und Track jetzt schon Handys haben. Das tut jetzt aber nichts zur Sache.

Fakt ist, dass Leute um mich herum immer wieder “Donald Duck” englisch aussprechen. Und ich kann das echt nicht ab! Schließlich hat man das als Kind “deutsch gelesen” und da hieß der halt duck und nicht dack. Es heißt ja auch nicht Gustav Gäns oder Däniel Dusentrib. Und Micky Maus heißt im Übrigen auch nicht Mickey. Soviel Nationalliebe muss schließlich sein, dass meine Kindheitserinnerungen nicht eingeenglischt werden.

Übrigens sehr krass: Es gab einen Zeichentrickfilm von Disney, genannt “Der Fuehrer’s Face”, in dem Donald einen Arbeiter der Nazi gespielt hat! So “Deutsch” sollte es dann bitte doch nicht sein…

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