Ich habe letztens beim Besuch des Allgemeinmediziners noch ein Buch angelesen, was er dort liegen hatte, wo es um Arzt-Patienten-Beziehungen ging. Dort habe ich gelesen, dass ich einen guten Arzt beispielsweise auch daran erkenne, dass er mir sagt, was genau er warum unternimmt und wie es abläuft. Da ich gestern dann endlich meinen Termin in der Radiologie wahrnehmen durfte, kann ich nur sagen, dass es dort ganz anders läuft. Am besten wird sich erst gar nicht mit dem Patienten unterhalten.
Zunächst hatte ich vor über einer Woche dort angerufen und zwecks akuter Schmerzen und Überweisung um einen Termin geben. Vor gestern ging natürlich gar nichts, da kann man nichts machen. Als ich mich dann schließlich auf gestern vertrösten ließ, sagte man mir, es dauert drei Stunden. Warum so lange? Ist halt so. Als ich dann pünktlich dort war, durfte ich erst einmal im Wartebereich Platz nehmen und eine Zeit lang auf meinen Fragebogen warten, den ich dann ausfüllen sollte. Nachdem weitere Zeit verstrichen war und ich teilweise gar nicht wusste, was ich in den Bogen schreiben sollte, wurde ich endlich in ein Zimmer geholt. “Ach, Sie haben ja schon fast den ganzen Bogen ausgefüllt.” Ach, ist das so? Die Frau - keine Ahnung, was ihre Funktion war… Helferin? Ärztin? - ergänzte dann schnell die fehlenden Angaben. “Wir werden mal sehen, was wir mit Ihnen genau machen, nehmen Sie bitte noch im Wartebereich Platz. Vermutlich werden wir Ihnen die Flüssigkeit geben, die Sie sicher schon bei den anderen gesehen haben. Sie müssen dann jede halbe Stunde einen Becher trinken und nach 2 1/2 Stunden ist es dann fertig. Die eigentliche Untersuchung dauert dann nicht mehr so lange. Und bitte nichts essen.”
13:48 Uhr. *magenknurr*. Ich sitze immer noch im Wartebereich und warte auf mein “Getränk”. Gefühlte Stunden später kommt sie wieder, schaut mich irritiert an. “Haben Sie schon ausgetrunken?!”
Eh? Ich hab noch gar nichts bekommen.
Mit einem mehr oder minder schuldbewussten Lächeln bekomme ich jetzt endlich meinen Liter Wasser und würde mittlerweile für ein trockenes Brötchen töten. Dann bin ich endlich fertig, habe eine Wasserbauch und komme in die CT. Nur mit Slip bekleidet darf ich dann auf der kalten Liege rumliegen, bekomme einen Schlauch in den Arm. “Es wird warm, wenn wir das Kontrastmittel einlassen, bitte nicht erschrecken.” Da ich schon vor Kälte und Hunger zittere, ist Wärme noch das Beste, was mir heute passieren kann. Ich bekomme Atembefehle, fahre vor und zurück in dem Gerät. Nach ca. 20 Minuten ist es vorbei. Ich darf mich anziehen und gehen, die Bilder werden innerhalb einer Woche meinem überweisenden Arzt zugeschickt.
Was wurde jetzt genau gemacht? Konnte man schon was sehen?
Ausser der scheinbaren Gehilfin habe ich keinen Arzt zu Gesicht bekommen. Neben der unpersönlichen Behandlung kann ich jetzt also nochmal warten, bis ich endlich weiss, was mit mir los ist und warum es mir in den letzten Wochen so schlecht ging.